Die Diktatur ist eine Herrschaftsform, bei der eine einzelne Person oder eine kleine Gruppe von Personen die Politik in einer Gesellschaft bestimmt ohne, dass sie vom Volk durch eine freie Wahl oder eine andere Form der Willensäußerung dazu ermächtigt wurde. Eine Diktatur ist es auch dann, wenn nach Ablauf eines mittelfristigen Zeitraums, für den diese Personen dazu ermächtigt wurden, die Personen nicht erneut ermächtig wurden. Eine Diktatur ist außerdem ohne religiöse oder erbrechtliche Legitimation entstanden.
Der Herrscher in einer Diktatur ist der Diktator. Die häufigste Form zur Schaffung einer Diktatur ist der gewaltsame Sturz der vorherigen Regierung, also der Putsch.
Diktatoren können aber auch durch eine demokratische Wahl die Regierungsverantwortung erhalten, wenn sie dann aber nicht wieder abgewählt können. Die Ermächtigung von gewählten Vertretern des Volkes zur Regierung kann immer nur für einen mittelfristigen, definierten Zeitraum erfolgen und eine Abwahl muss im Notfall auch vorzeitig erfolgen können. Ein mittelfristiger Zeitraum kann zum Beispiel wenige Jahre umfassen. Am häufigsten werden Volksvertreter für vier oder fünf Jahre gewählt. Danach muss die Ermächtigung erneuert werden, sonst wandelt sich die Herrschaftsform in eine Diktatur. Die Abwahl kann beispielsweise durch die Anwendung von Notstandsregelungen oder die Änderung bestehender Gesetze verhindert werden.
Der wesentliche Unterschied einer Diktatur zur Monarchie und Theokratie ist, dass der Diktator normalerweise nicht durch Dritte und dadurch auch nicht dauerhaft vom Volk legitimiert ist, die Regierung zu übernehmen. In einer Monarchie und einer Theokratie sind die Herrscher dies dagegen schon, auch wenn sie nicht durch eine Willensäußerung des Volkes die Legitimation erhalten haben.
Der Monarch, also der König oder Kaiser, hat meist eine göttliche Legitimation und wird in einer Wahlmonarchie durch Wahl von einem kleinen Kreis von Personen aus einem definierten, kleinen Kreis von Personen auf Lebenszeit gewählt. In einer Erbmonarchie wird die Funktion des Königs oder Kaisers an eines seiner Kinder vererbt.
Der Theokrat, also zum Beispiel der Pharao, Kalif, Ajatollah oder Pabst, wird ebenfalls göttlich legitimiert. Er erhält seine Herrschaft jedoch nicht durch Erbschaft, sondern wird von einer bestimmten Gruppe von Geistlichen gewählt.
Monarchen und Theokraten sind daher in der Regel göttlich legitimiert und werden dadurch grundsätzlich vom Volk als Herrscher anerkannt. Endet die Anerkennung ihrer Herrschaft durch die Mehrheit des Volkes, werden sie meist gestürzt oder zur Abdankung gedrungen. Das Herrschaftssystem einer Monarchie und einer Theokratie wird vom Volk normalerweise langfristig, meist über Jahrtausende, nicht angezweifelt. Das Herrschaftssystem einer Diktatur wird nach einer gewissen Zeit, oft wenige Jahre oder Jahrzehnte, vom Volk in Frage gestellt, womit vom Volk keine Legitimation zur Herrschaft mehr vorliegt.
Diktaturen, die sich über viele Jahrzehnte halten können, wechseln grundsätzlich ihren Charakter und werden meist zu De-facto-Monarchien. Dies ist zum Beispiel in Nordkorea mit der Familie Kim bzw. der Paektu-Blutlinie der Fall. In Syrien gab es zum Beispiel mit der Familie Assad Ansätze zur De-facto-Monarchie, diese wurde aber bereits in der zweiten Generation mit Baschar al-Assad gestürzt.