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Der Feudalismus

Der Feudalismus ist eine Gesellschaftsordnung, die in Europa vor allem im Mittelalter ab dem 6. Jahrhundert bis in das 18. Jahrhundert zu finden ist. In Asien gab es ähnliche Ordnungen. So zum Beispiel in China im 11. Jahrhundert v. Chr. bis ins 1. Jahrhundert v. Chr., in Japan vom 12. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert oder in Indien vom 16. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert.

Im Feudalismus ist der Herrscher eines Landes der Eigentümer des wesentlichen Teils des Grund und Bodens. Dieser vergibt das Land als Leihgabe an Vasallen. Diese Vasallen konnten verdiente Personen bei kriegerischen Eroberungen sein. Diese Vasallen erhielten das Land zur Nutzung und erbrachten als Gegenleistung militärische Unterstützung, Verwaltungstätigkeiten oder Geldzahlungen. Die Vasallen konnten den geliehenen Grund und Boden weiter an eigene Vasallen verteilen.

Auf der untersten Ebene dieser Verteilung waren die Bauern, die das Land landwirtschaftlich nutzten. Als Gegenleistung erbrachten sie zum Beispiel Frondienste, wie den Bau von Straßen, das Bestellen von Feldern des Lehnsherrn oder das Schlagen von Holz für den Lehnsherrn. Es konnten auch militärische Dienstleistungen oder die militärische Unterstützung erbracht werden. Die Zahlung von Pacht konnte ebenfalls eine Form der Gegenleistung sein.

Entstehung des Feudalismus

In Europa entstand vor allem in Mitteleuropa nach dem Zerfall des Römischen Reichs 6. Jahrhundert. Verschiedene Oberhäupter vor allem germanischer Stämme begannen, eigene Königreiche zu etablieren. Dabei übernahmen sie Gebiete, aus denen die römischen Soldaten abzogen oder eroberten Gebiete von anderen germanischen, slawischen oder keltischen Stämmen. Dies führte zu zahlreichen Kriegen zwischen den Stämmen. Krieger, die dem Herrscher treu und ergeben sowie im Kampf erfolgreich waren, wurden mit einem Stück Land belohnt, dass ihnen aber nicht geschenkt, sondern geliehen wurde. Als Gegenleistung sicherten sie dem Herrscher militärische Unterstützung zu. Aber auch freie Bauern sicherten dem Herrscher Treue und militärische Unterstützung zu, weil sie dadurch unter den Schutz des Herrschers der Region kamen. Teilweise verschuldeten sich die Bauern auch, wenn sie überfallen worden waren oder Missernten durch Dürren und Überschwemmungen hatten. Dann konnte das Land an den Herrscher übertragen werden, wenn die Bauern die Schuld nicht tilgen konnten.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das System weiter und ein System der Leibeigenschaft entstand. Leibeigene waren an das Land der Grundherren gebunden und konnten ohne seine Erlaubnis weder das Land verlassen, mussten Dienstleistungen und Abgaben an den Grundherren erbringen und durften ohne seine Erlaubnis teilweise noch nicht einmal heiraten.

Auch das System der Allmende entwickelte sich. Dies waren Gebiete und Objekte, die der Allgemeinheit gehörten. Dies konnten Weiden, Seen, Wälder oder Brunnen und Wege sein. Diese konnten von Jedermann unter bestimmten Regeln benutzt werden.

In China ist es umstritten, ob der Feudalismus bereits in der Zeit der Shang-Dynastie (17. Jahrhundert v. Chr. bis 1046 v. Chr.) oder erst mit der Zhou-Dynastie begann (1046 v. Chr. bis 771 v. Chr.). Kennzeichen war aber auch hier eine Erweiterung der Herrschaftsgebiete der Könige mit gleichzeitiger Schwäche zur Kontrolle des Gebiets. Dadurch hatten die Könige über dezentrale Unterstützung von Fürsten im Gegenzug für Land sich die Kontrolle über das Königreich gesichert.

In Indien begann der Feudalismus mit der Entstehung und immer weiteren Ausdehnung des Mogulreiches nach dem Untergang des Delhi-Sultanats durch den Sieg von Zahir ud-Din Muhammad, auch Babur genannt, über das Sultanat.

In Japan begann der Feudalismus mit dem Beginn der Kamakura-Zeit ab 1150. Ab dieser Zeit begann der Krieger-Adel der Shogune vom Palast in Kamakura faktisch die Macht vom Kaiser in Kyoto zu übernehmen. Diese sicherten diese über ein Feudalsystem über einige Samurai-Familien ab.

Ende des Feudalismus

Die Abhängigkeiten von den Grundherren führten immer wieder zu Bauernaufständen und Bauernkriegen. Darüber hinaus konnten die Menschen mit dem Wachstum der Städte und den Wechsel in handwerkliche Berufe sich von der Leibeigenschaft befreien. Auch der stets steigende Handel führte zu einem immer geringer werdenden Einfluss der Lehnsherren. In einigen Regionen, vor allem in den deutschen Staaten galt auch der Rechtsgrundsatz, dass, wer sich nach Jahr und Tag unentdeckt in einer Stadt aufhielt, von seinem Lehnsherren frei war.

Das Lehnswesen führte zudem zu einer Abhängigkeit der Könige und Kaiser von ihren Vasallen, den Herzögen, Fürsten und Grafen. Um sich dieser Abhängigkeit zu entledigen, beendeten viele, vor allem absolut regierende Könige und Kaiser das System der Lehen und Leibeigenschaften. Die Staaten begannen zentralistische System aufzubauen und Steuern direkt an den König zu erheben. Es wurden stehende Heere aufgebaut und so die Macht der Vasallen geschwächt. Dadurch, dass die Könige im Laufe der Zeit immer weniger von der militärischen Unterstützung und den Dienstleistungen der Vasallen abhängig waren, konnten sie ab einem bestimmten Zeitpunkt das Lehnswesen abschaffen.


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