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Der Absolutismus

Der Absolutismus ist eine Herrschaftsform, bei der der Herrscher uneingeschränkte Macht hat und seine Entscheidungen durchsetzen kann, ohne dass eine andere staatliche Instanz eingreifen kann. Die anderen staatlichen Instanzen konnten ein Thronrat, Mitglieder der Königsfamilie oder bedeutender Familien im Staate oder Kurfürsten sein. Auch die Verfassung des Landes schränkte die Befugnisse des Königs nicht mehr ein.

Der Absolutismus entstand nach dem Ende des Feudalismus. Im Feudalismus war der König noch von den Vasallen abhängig, denen er Land überlassen hat, die diese an ihre Vasallen weiter verliehen haben. Die Vasallen haben dafür Dienstleistungen, wie den Bau von Wegen oder der Urbarmachung von Land, erbracht. Sie hatten typischerweise aber auch eine militärische Verpflichtung. Das konnte ein Heer sein, das sich letztendlich aus Bauern und Handwerkern zusammensetzte. Auf der untersten Ebene der Lehensverteilung waren die Bauern und Handwerker, die ihrerseits dann den Militärdienst erbracht haben. Insgesamt war aber der König von den Vasallen abhängig, da er über kein eigenes Heer verfügte, und musste ihre Interessen berücksichtigen.

Voraussetzungen zur Entstehung des Absolutismus

Der Absolutismus entstand mit dem wirtschaftlichen Fortschritt, der Entwicklung größerer Städte als Folge von höherer, erwirtschafteter Überschüsse in der Landwirtschaft. Es gab zahlreiche wirtschaftliche Fortschritte durch den Bau zahlreicher Mühlen zur Produktion von Holzbrettern, Stärke, Farben, Öl und anderer Dinge. Die Textilproduktion verbesserte sich und Familien, wie die Familie der de‘ Medici aus Florenz im heutigen Italien oder die Familie der Fugger in Augsburg im heutigen Deutschland kamen durch Handel von Textilien zu enormen Reichtum. Der Bergbau erbrachte immer höhere Ausbeute und verbreitete sich. Die Familie der Stroganows aus der Region von Nowgorod im heutigen Russland kam zu enormen Reichtum aus dem Handel mit Salz. Durch den verbesserten und durch die Sägemühlen verbilligten Schiffsbau kam es zu einer Ausweitung des Handels von Europa bis nach Amerika, Asien und Afrika. Beispielseise wurden zahlreiche Ostindien-Kompanien wurden gegründet und begannen mit dem Import von Waren aus Indien, China und Indonesien nach Europa.

Durch die Zunahme der Einnahmen aus Steuern und Abgaben direkt an den König war die Finanzierung stehender Heere möglich, die direkt dem König unterstanden. Die öffentliche Verwaltung wurde ausgebaut, wodurch ebenfalls die Abhängig von den Vasallen sank.

Absolutistische Herrscher

In Dänemark wurde 1665 mit dem Königsgesetz, dem Kongeloven, die Wahlmonarchie durch eine Erbmonarchie abgelöst und dem König absolute Macht übertragen. Grund für das Gesetz war ein Streit zwischen dem Adel und dem bürgerlichen Stand über die Finanzierung des Staates nach dem Verlust von Skåneland nach dem Zweiten Nordischen Krieg von 1655 bis 1661. Der bürgerliche Stand hatte dieses Gesetz veranlasst, um den Adel in seinen bis dahin geltenden Privilegien zu beschneiden.

In Frankreich wurde der Absolutismus unter Ludwig XIV. umgesetzt. Er band gezielt den Adel an den Hof, der dann Geldzuweisungen erhielt, wenn er sich am Hof des Königs in Versailles befand. Er baute die Regierung um und entließ einen Großteil des Staatsrats. Unter ihm florierte die Wirtschaft und Frankreich wurde zur wirtschaftlich zweitstärkten Nation Europas nach den Niederlanden. Die Armee wurde zur stärksten Armee Europas. Er führte mehrere Kriege gegen Spanien, die Niederlande und deutsche Staaten. Ludwig XIV. wird auch der Satz zugeschrieben, der den Absolutismus auf den Punkt bringt: „L’État c’est moi.“ – „Der Staat bin ich“.

In Preußen baute Friedrich Wilhelm seine Herrschaft als absolutistischer König aus. Er war Kurfürst von Brandenburg und Herzog in Preußen von 1640 bis 1688. Er erstritt sich 1653 von der Ständeversammlung ein stehendes Heer zu finanzieren. Danach trat die Ständeversammlung nicht mehr zusammen. Im Gegenzug übertrug er die Lehen an die Junker als vollständiges Eigentum. Sein Sohn Friedrich I. wurde 1701 König in Preußen. Dessen Sohn Friedrich Wilhelm I. modernisierte ab 1713 den Staat Preußen und baute damit die Macht des Königs weiter aus. Er zentralisierte und professionalisierte das Beamtenwesen und baute die Armee aus, während die Wirtschaft wuchs.

In Japan wird angenommen, dass der 36. Tenno Kotoku von 645 bis 654 eine Zeit lang die absolute Macht innehatte. Dieser hatte in den Taika-Reformen das Eigentum am Grund und Boden dem König zugeschrieben und festgelegt, dass die Fürsten dies nur als Lehen vom König erhalten haben. Die Verwaltung wurde zentralisiert. Das Steuersystem wurde reformiert und alle Steuern flossen direkt dem König zu.

Für China ist es umstritten, inwieweit es zu absoluter Herrschaft des Kaisers kam. Es gibt verschiedenen Auffassungen, nach der alle Dynastien nach der Qin-Dynastie ab dem Jahr 207 v. Chr. absolute Monarchien waren. Der erste Kaiser Chinas Qin Shi Huang Di gilt vielen als erster absoluter Herrscher Chinas. Er hatte die sieben chinesischen Königreiche vereinigt. Er hatte das Beamtenwesen reformiert und die Verwaltungseinheiten neu aufgeteilt. Er ließ die Maßeinheiten, die chinesische Schrift und die Währung vereinheitlichen. Unter ihm wurde mit all den Maßnahmen das Feudalsystem letztlich abgeschafft und ihm stand eine kaiserliche Armee zur Verfügung. Dagegen geht aber unter anderem Qian Mu in seinem Werk „國史大綱“ [„Überblick über die nationale Geschichte“] davon aus, dass nur die Könige der Dynastien Yian, Ming und Qing von 1260 bis 1912 absolute Monarchen waren.

Heute findet man vor allem im arabischen Raum, in Asien und Afrika absolutistisch, herrschende Könige. Dazu gehören unter anderem der König von Saudi-Arabien, der Scheich von Katar, der Sultan des Oman, aber auch der König von Brunei oder der König von Eswatini.

Grundsätzlich wird aber auch für die europäischen, absoluten Monarchen angezweifelt, ob diese tatsächlich absolute Macht in Reinform hatten oder ob sie nicht auch von anderen abhängig waren und daher die Interessen anderer in ihren Entscheidungen berücksichtigen mussten. Dies gilt natürlich auch für die absoluten Monarchien in Afrika und dem übrigen Asien.


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