Eine Theokratie ist eine Herrschaftsform, bei der der ein alleiniger Herrscher oder eine Gruppe von Herrschern religiös legitimiert werden. Ein durch Theokraten beherrschter Staat wird auch als Gottesstaat bezeichnet. Zu den theokratischen Herrschern zählen Pharaonen, der Papst, der Ajatollah, Kalifen sowie der Dalai Lama.
Auch die Herrscher der Maya, Inka und Azteken waren theokratische Herrscher. Dies war ebenfalls bei der Entwicklung der Staaten in Mittel und Nordeuropa zu beobachten. Die Herrscher in Mitteleuropa ab Karl dem Großen (ab 800) waren sowohl weltliche als auch kirchliche Herrscher. Sie setzen Reichsbischöfe und Reichsäbte ein, und nahmen sogar Einfluss auf die Wahl des Papstes in Rom. Dies wurde erst mit dem Investiturstreit in den Jahren 1075 bis 1077 beendet, begann 1080 mit der Ernennung des Gegenpapstes Clemens III. erneut und endete dann 1122.
Die Kaiser in China waren in der Shang-Dynastie (1617 v. Chr. bis 1046 v. Chr) theokratisch und erklärten die Familie der Kaiser zu Söhnen des Himmels. Seit der Zhou-Dynastie (1046 v. Chr. bis 256 v. Chr.) lautete der Titel der Kaiser auch Sohn des Himmels.
Auch die Kaiser von Japan waren Theokraten. Sie wurden als Nachfahren der Göttin Amaterasu gesehen. Amaterasu ist der wichtigste Gott des Shintos. Sie ist die Personifizierung der Sonne. Ihr Enkel Ninigi wurde zur Erde gesandt, um dort Reis anzubauen und die Erde zu regieren. Sein Urenkel wiederum war der erste Kaiser von Japan und Vorfahre aller danach herrschenden japanischen Kaiser. Erst Kaiser Hirohito (1901 bis 1989) erklärte 1945 auf Wunsch der damaligen Besatzer Japans, dass er nicht göttlich sei.
Der Vorteil einer Theokratie gegenüber einer Monarchie ist die stärkere Legitimation als Kind Gottes, Nachfolger Gottes oder Vertreter Gottes auf Erden im Vergleich zur reinen Legitimation auf die Abstammung aus der königlichen Familie. Eine tief im Verständnis der Bevölkerung verwurzelte und religiös begründete Herrschaft einer Person kann keiner anzweifeln, ohne in einen Konflikt mit der Bevölkerung zu gehen. Dazu gehören auch einflussreiche Personen und Gruppen im Staat, welche den Herrscher eines Landes mit Geld, Ressourcen, Dienstleistungen oder militärisch unterstützen. Diese können ihre eigene Machtposition wiederum damit begründen, dass sie vom Herrscher, der ja göttlich legitimiert ist, auch wieder legitimiert wurden. Damit wird ihre eigene Machtposition ebenfalls nicht angezweifelt. Bei einem Monarchen ist die Legitimation schwächer, da monarchische Dynastien immer wieder mit wenigen Problemen ausgetauscht wurden. Dies schwächt auch die Stabilität der Machtposition einflussreicher Personen und Gruppen.
Der Nachteil der Theokratie ist, dass die Herrscher meist durch eine Gruppe definierter Personen gewählt wurden. Dadurch kam es immer wieder zu Bürgerkriegen, die verschiedene einflussreiche Familien immer wieder unterstützt haben. Dadurch wurden Wahlsysteme oft auf Erbschaftssysteme für Herrscher umgestellt. Aber selbst bei den Dynastien der Pharaonen in Ägypten, bei denen die Kinder der Pharaonen zum Nachfolger erkoren wurden, blieben die Dynastien nicht stabil an der Macht. Es gab von Pharao Aha der ersten Dynastie (ca. 3000 v. Chr.) bis zum letzten ägyptischen Pharao Nektanebos II. (359 v. Chr. bis 341 v. Chr.) 30 Dynastien. Damit verblieb eine Dynastie im Durchschnitt weniger als 100 Jahre in der Regierung. Die Pharaonen starben auch immer wieder eines unnatürlichen Todes, was für eine gewisse Instabilität der Herrschaft spricht, obwohl die Theokratie eine sehr mächtige Legitimation verleiht.
Darüber hinaus kam es immer wieder zu Konflikten mit der Einflussnahme von religiösen, führenden Personen auf politische Entscheidungen wie auch der Einflussnahme von weltlichen Herrschern auf religiöse Organisationen. Dies förderte die Trennung von Staat und Religion, um die Machtsphären der religiösen Führer und der weltliche Führer zu trennen.
Der Säkularismus, also die Trennung von weltlichen und religiösen Themen, begann bereits im antiken Griechenland im 5. und 4. Jahrhundert vor Christus. Damals begann man im Theater kultische, religiöse Inhalte von der Schauspielkunst zu trennen. Trennungen zwischen weltlicher Herrschaft und religiöser Führung gab es beispielweise durch Trennung der Herrschaftsbereiche zwischen dem Papst und dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im 12 Jahrhundert. Als Säkularisierung wird auch die Beschlagnahmung von Kirchengütern durch Auflösung von Klöstern in England im 16. Jahrhundert und während der Französischen Revolution im 18. Jahrhundert bezeichnet.
Grundsätzlich begann die Säkularisierung im Sinne des Anspruchs einer Trennung zwischen Staat und Religion aber erst mit dem Übergang der Monarchien in die Demokratie und nicht bereits beim Übergang der Theokratien in Monarchien.
Theokratie Eine Theokratie ist die religiös legitimierte Herrschaftsform eines alleinigen Herrschers oder einer kleinen Gruppe herrschender Priester. Dagegen sein Monarchen durch die familiäre Herkunft und Diktatoren durch andere Gründe legitimierte Alleinherrscher. Was ist die Theokratie? Die Theokratie Eine Theokratie ist eine Herrschaftsform, bei der der ein alleiniger Herrscher oder eine Gruppe von Herrschern religiös legitimiert werden. Ein durch Theokraten beherrschter Staat wird auch als Gottesstaat bezeichnet. Zu den theokratischen Herrschern zählen Pharaonen, der Papst, der Ajatollah, Kalifen sowie der Dalai Lama.