Die Politikwissenschaft ist eine Integrationswissenschaft oder transdisziplinäre Wissenschaft. Diese grenzt an verschiedene andere Wissenschaften und hat zahlreiche Überschneidungen mit diesen. Dazu gehören die Sozialwissenschaften, die Wirtschaftswissenschaften, aber auch die Rechtswissenschaften oder die Geschichtswissenschaft. Neben inhaltlichen Feldern, wie die Außenpolitik, die Sozialpolitik, innere und äußere Sicherheit oder Wirtschaftspolitik, neben prozessualen Themen, wie Gesetzgebungsverfahren und neben organisatorischen Betrachtungen, wie Parlamente, Behörden und andere staatliche Einrichtungen, werden in der Politikwissenschaft auch Fragen gestellt, wie eine Gesellschaft zusammenleben sollte. Dazu gehören Fragestellungen, wie eine Unabhängigkeit von staatlichen Institutionen erreicht werden kann, aber auch Betrachtungen von fairer Teilhabe an der Vermögens- und Einkommensverteilung einer Gesellschaft. Zu diesen Überlegungen gehören auch Theorien über die Ausgestaltung von partizipativer Planwirtschaft oder die Utopie des Kommunismus.
Darüber hinaus werden aber auch Themen anderer Wissenschaftsdisziplinen in der Politikwissenschaft angewandt. Bei Fragen der gerechten Vermögens- und Einkommensverteilung befindet man sich schnell im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. In der Umweltpolitik stammt beispielsweise das Konzept der CO₂-Zertifikate aus Analysen der Wirtschaftswissenschaften, die festgestellt haben, dass die CO₂-Zertifikate in Effizienz und Wirksamkeit einer Lösung über CO₂-Steuern, Verboten und Strafen oder anderen Methoden zur Begrenzung des Kohlendioxid-Ausstoßes deutlich überlegen ist.
Auch die Spieltheorie, die ein Teilbereich der Mathematik ist, wird im Bereich der Politikwissenschaft betrachtetet. Die Spieltheorie beschäftigt sich mit Entscheidungen von Akteuren bei kooperativen oder unkooperativen Verhalten bei Konfliktsituationen. So geht es zum Beispiel um Fragestellungen, wie: Weshalb war es möglich, dass die Verwendung von FCKW in Kühlaggregaten oder als Treibmittel in Sprühdosen oder Schaumstoffen verboten wurde und dadurch die Entstehung des Ozonlochs über der Antarktis und später über der Arktis wieder rückgängig gemacht wurde. Warum ist dies bei der Begrenzung des Ausstoßes von CO₂ nicht so einfach möglich? Warum funktionieren Beschränkungen im Fischfang in der Nord- und Ostsee zum Schutz der Fischbestände, während die Abholzung des Regenwalds kaum eingeschränkt werden kann?
Weitere Theorien, die betrachtet werden sind Theorien über Krieg und Frieden. Hierbei geht es um Fragen, wie es überhaupt zu Kriegen kommt, wenn doch im Krieg immer wieder die Beteiligten allesamt viel verlieren? Wie können Kriege verhindert werden? Durch welche Logiken kommt es immer wieder auch zu Völkermorden?
Weitere Betrachtungen sind vor allem historische Entwicklungen. Dabei geht es um die Frage, wie Zivilisationen überhaupt entstanden sind und wieso dann einige Völker eine enorme technologische Entwicklung vollzogen haben und reich geworden sind, während andere sich nur wenig entwickelt haben und arm blieben. Zu diesen Fragestellungen gehört natürlich auch die Frage, warum einzelne Nationen riesige Reiche bildeten, die dann aber meist wieder zerfielen. Im Gegensatz dazu sind aber auch zahlreiche Völker und Kulturen untergegangen.
Beantwortung all dieser Fragen kann natürlich nicht empirisch erfolgen. Es ist meistens lediglich eine theoretische Betrachtung möglich, zusammen mit einer Analyse, ob die Ursache-Wirkung-Beziehungen aus den jeweiligen Theorien sind in der Realität durch häufige zeitliche plausible Abfolge der als Ursache gesehenen Ereignisse und nachfolgend der als Wirkung gesehenen Ereignisse wiederfinden lassen.