Unter einer Gesellschaftsform versteht man in der Sozial-und der Politikwissenschaft die Art des Zusammenlebens und Struktur einer Gesellschaft. Diese kann in eine herrschende Elite und Untertanen mit wenig Freiheitsgraden, gegebenenfalls Menschen als Sklaven in völliger Unfreiheit untergliedert sein oder auch aus völlig gleichgestellten Menschen bestehen. Darüber hinaus werden Verfügbarkeit und das Eigentum an Boden, Gebäuden und Werkzeugen und die Verteilung von Gütern in einer Gesellschaft beschrieben. Die Gesellschaftsform beschreibt damit die sozioökonomischen Verhältnisse, die in einer Gesellschaft vorherrschen.
Das Konzept der Gesellschaftsform ist stark von Karl Marx und Friedrich Engels geprägt und soll zeigen, wie die Entwicklung der Produktionsweise in der Geschichte die Entwicklung der Gesellschaftsstruktur bestimmt hat.
Der von Karl Marx geprägte Begriff der Sklavenhaltergesellschaft beschreibt eine Gesellschaft, die den Reichtum der Gesellschaft durch Sklaven geschaffen wurde. Diese Gesellschaftsform trat vorrangig in der Zeit der Antike auf, auch wenn die Sklaverei auch zu späteren Zeitpunkten noch existierte.
In dieser Gesellschaftsform bestand die Gesellschaft aus freien Menschen und Sklaven. Die freien Menschen konnten Bürger mit vollen Rechten für Eigentum und Wahlen sein, es konnten aber auch freie Menschen sein, der Rechte eingeschränkt waren. So konnten Einwanderer in den griechischen Stadtstaaten, den Polis, kein Land erwerben und waren nicht wahlberechtigt.
Im Feudalismus gehörten weite Teiles des Landes dem obersten Herrscher, in der Regel dem König. Dieser verlieh das Land an Untergebene, die Vasallen genannt wurden. Die Vasallen verliehen das Land weiter an ihre Vasallen oder in der untersten Ebene an Bauern. Die Bauern, denen das Land zur Bewirtschaftung verliehen wurde, waren dem Lehensherrn gegenüber zu Dienstleistungen und Abgaben verpflichtet. Sie waren außerdem zum Militärdienst verpflichtet und konnten oft das Land nicht frei verlassen. Die Bauern waren somit Leibeigene ihrer Lehnsherren.
Der Feudalismus war in Europa, Teilen des arabischen Raums, Japan und bei südamerikanischen Völkern verbreitet.
Kern des Kapitalismus ist eine auf Ansammlung von Kapital basierende Wirtschaft. Dazu werden von vermögenden Personen Unternehmen errichtet, in denen die Mehrheit der Bevölkerung auf Grundlage eines Arbeitsvertrages arbeitet und dafür entlohnt wird. Hier besteht die Gesellschaft aus freien Bürgern mit gleichen Rechten für alle. Es besteht aber eine Abhängigkeit großer Teile der Bevölkerung von den Eigentümern der Unternehmen. Es gibt in dieser Gesellschaft eine reiche Oberschicht, eine wohlhabende Mittelschicht und eine arme Unterschicht.
Der Sozialismus ist eine Zwischenform aus Kapitalismus und Kommunismus. In diesem existieren Eigentumsrechte, so dass einzelne Personen größere Vermögen ansammeln können. Es gibt aber auch schon eine Umverteilung von Ressourcen, die den reichen Bürgern entzogen werden und den armen Bürgern zufließen.
Der Sozialismus ist ein Begriff vieler Ausprägungen eines sozialen Staates. Diese reichen von einem diktatorischen Sozialismus und einem demokratischen Sozialismus über einen christlichen Sozialismus und einem jüdischen Sozialismus bis hin zum Marxismus und dem Nationalsozialismus.
Der Kommunismus bezeichnet eine Gesellschaftsform, bei der alle Bürger in gleichem Maße versorgt werden und an den Ressourcen der Bevölkerung teilhaben. Es gibt keine gesellschaftlichen Schichten mehr und die Eigentumsrechte sind aufgehoben. Je nach Sichtweise folgt dem Kommunismus die Abschaffung von Staaten oder die Auflösung der Staaten ist die Voraussetzung für Kommunismus.