Die Demokratie ist eine Herrschaftsform, bei der das gesamte Volk über die politische Richtung eines Staates, einer Stadt oder einer anderen politischen Einheit entscheidet. Dies kann über direkte Entscheidung zu einzelnen Themen erfolgen. In diesem Fall werden Volksbefragungen durchgeführt. Dies kann auch indirekt über gewählte Vertreter eines Volkes geschehen. Typisch wären in diesem Fall Abgeordnete, die in einem Parlament ihren Willen bekunden. Ein solches Parlament kann auf staatlicher Ebene, städtischer Ebene oder anderen Ebenen existieren.
In der Wissenschaft existiert jedoch keine einheitliche Definition von Demokratie. Eine Studie von Jean-Paul Gagnon aus dem Jahr 2018 fand 2.234 verschiedene Adjektive zur Beschreibung von Demokratie. Vielfach werden in den Definitionen das Vorhandensein von freien und fairen Wahlen, Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit, Minderheitenrechte, Vereinigungsfreiheit, Religionsfreiheit, Pluralismus, Eigentumsrechte, allgemeine Wohlwahrt, Rechtsstaatlichkeit, Sozialstaatlichkeit und andere Kriterien eingeschlossen. Hinter diesen vielen Kriterien steckt die Überlegung, dass sonst die Unabhängigkeit der freien Meinungsbildung und Meinungsäußerung nicht gewahrt ist. Damit wird allerdings Klassifikation der Herrschaftsformen erheblich eingeschränkt. Die verbreitete Annahme, alle Herrschaftsformen, die keine Demokratie darstellen, seien Diktaturen oder Autokratien, kann nicht aufrechterhalten werden. Die Alternative wäre eine Ausweitung verschiedener Begriffe für Herrschaftsformen, was aber ebenso nicht hilfreich ist.
Eine sehr klare Definition haben wir beispielsweise von Abraham Lincoln in seiner Gettysburg-Address 1863 mit Regierung des Volkes, durch das Volk, für das Volk
. Von Karl Popper stammt die Aussage, dass … die klassische Theorie besagt, kurz gesagt, dass Demokratie die Herrschaft des Volkes ist und dass das Volk ein Recht auf Herrschaft hat.
Die dargestellten Definitionen entsprechen dem Grundsatz der Definition des heutigen Verständnisses von Demokratie. Im Altertum und im Mittelalter wurde unter Demokratie auch eine Herrschaftsform in Chaos, Willkür der Massen und eine Herrschaft des Volkes gesehen, in der Demagogen das Volk aufhetzt für sich schädliche Gesetze zu fassen. Die damalige Darstellung kam dabei der Anarchie nahe, weil sich oft ein Zustand der Herrschaft des Volkes ohne legitimierte Regierung, zum Beispiel Parlament oder ein Präsident, vorgestellt wurde.
Erst im 18. Jahrhundert entwickelte sich mit dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) und der französischen Revolution (1789-1799) das heutige Verständnis zur Demokratie.
Das Wort Demokratie stammt vom altgriechischen Wort δημοκρατία [demokratia]. Es setzt sich aus den Begriffen δῆμος [demos] für das „Volk“ und κράτος [kratos] für „Kraft“, „Macht“ und „Herrschaft“ zusammen.