Die Allmende sind Güter, meistens Weiden, Wälder und Gewässer, die der Allgemeinheit gehören. Diese Güter können keinen Eigentümer haben oder im Eigentum einer Gemeinde oder des Staates stehen. Güter ohne Eigentümer sind heutzutage zum Beispiel die internationalen Gewässer der Ozeane oder das Gebiet der Antarktis.
Allmende können auch im Eigentum einer Gemeinde oder des Staates stehen. Zu diesen können Straßen und Wege, Wiesen, Weiden und Wälder oder auch Seen und Bäche oder der Dorfbrunnen zählen. Diese Güter dürfen normalerweise von jedem Bewohner des Dorfers oder der Stadt benutzt werden. Die Nutzung und der Zugang können durch Regeln der Gemeinde eingeschränkt sein.
Ähnlich sind gemeinfreie Güter. Dies sind Bücher, Bilder, Musikstücke oder andere Dinge, die jeder benutzen darf, weil kein Urheberschutz darauf besteht. Das bedeutet aber noch nicht, dass das Gut keinen Eigentümer hat. Beispielweise kann ein Bild, das frei verwendet werden darf, trotzdem im Eigentum einer Person stehen.
Über die Nutzung gemeinsamer Ressourcen zur Schaffung eines Allmendeguts kann es möglich sein, dass eine Investition überhaupt erst ermöglicht wird. Beispielsweise war das Graben und Bauen eines Brunnens sehr aufwendig und teuer, während die Nutzung für den Einzelnen nur einen geringen Wert hat. Würde eine einzelne Person einen Brunnen anlegen, müsste er für die Nutzung ein Entgelt erheben, wenn diese Investition wirtschaftlich sein soll. Dazu müsste aber die Nutzung des Brunnens von jemanden überwacht werden, was zu zusätzlichen Kosten führt. Die Bewohner des Ortes wären aber wiederum nur teilweise bereit, für die Nutzung zu bezahlen und würden wohl lieber das Wasser aus einem nahegelegenen Bach entnehmen, womit die Investition wegen fehlender Einnahmen unwirtschaftliche wird. Wenn dagegen der Brunnen von allen gemeinsam gebaut werden wurde und der Brunnen dann für alle zur Wasserentnahme frei zur Verfügung stand, hatte sich die Investition dagegen gelohnt.
Bei der Entnahme von Wasser aus einem Fluss zur Bewässerung von Feldern kann es zu einem Wassermangel kommen, so dass andere Bauern weniger Wasser entnehmen können und dass Brunnen austrocknen. Hat eine einzelne Person das Eigentum an einem Fluss, kann sie beliebig andere Personen von der Wassernutzung ausschließen, um in Trockenperioden erst einmal die eigenen Felder zu bewässern und durch den Verkauf von Lebensmitteln einen wirtschaftlichen Vorteil zu erringen oder auch um andere Interessen durchzusetzen. Ein gemeinsames Eigentum kann das verhindern. Befinden sich Wäldern im Eigentum einzelner Personen, können die Bewohner einer Region von der Jagd oder dem Fällen von Holz ausgeschlossen werden. Dies war beispielswiese in den Jagdgebieten von Fürsten und Königen der Fall, wodurch die Landbevölkerung wirtschaftliche Nachteile haben konnte.
Die Probleme der Allmende werden auch in der Spieltheorie behandelt. Dort werden die Probleme bei fehlender Verantwortlichkeit bei öffentlichen Gütern sowie die Übernutzung von Gütern analysiert.
Ein zentrales Problem der Allmende ist die fehlende Verantwortlichkeit oder eine zu allgemeine Verantwortlichkeit. Gibt es keinen Eigentümer eines Gutes, fehlt auch ein Verantwortlicher, in ein Gut zu investieren, es zu reparieren oder zu reinigen. Dies kann bei Wäldern, Seen oder den Meeren Umweltverschmutzung in der Form von Müll sein, der nicht beseitigt wird. Bei einem Weg, der einmal in der Vergangenheit angelegt wurde, kommt es beispielweise zu fehlenden Investitionen bei entstehenden Schlaglöchern oder kaputten Wegmarkierungen. Selbst wenn eine Gemeinde Eigentümer ist, können andere Themen bevorzugt werden und das Allmendegut verfällt mit der Zeit und wird zerstört.
Bei vielen öffentlichen Gütern kann die Nutzung auch nur schwer begrenzt werden und Nutzer nicht ausgeschlossen werden. Dadurch kommt es zur Übernutzung. Beispiele sind die Überfischung der Meere oder von Seen, Einleitung von Abwässern in Bäche und Flüsse oder Übernutzung von Böden mit der Folge einer Wüstenbildung. Auch die Bildung von Staus auf den Straßen kann eine Folge von Übernutzung sein.
Eine Lösung des Problems ist oftmals die Durchsetzung von Regeln zur Schonung der Ressourcen durch staatliche Aufsicht oder durch Vereinbarungen der Betroffenen. Ein Beispiel sind die Fischfangquoten der Europäischen Union, um die Fischbestände in Nord- und Ostsee zu schonen. Solche Vereinbarungen sind wirksam, wenn sie in einem gemeinsamen Verbund, wie der EU beschlossen werden oder wenn eine kleine Gruppe von Beteiligten einen großen Schaden erleidet, wenn es keine Vereinbarung gibt. Hier wirkt das in der Spieltheorie betrachtete Gefangenendilemma.