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Die Spieltheorie

Die Spieltheorie ist eine Theorie über die Entscheidungsfindung zwischen mehreren Akteuren.

Die Spieltheorie hat nicht das Ziel, Entscheidungsfindungen in der Wirtschaft und Politik zu definieren. Vielmehr beschreibt sie Entscheidungssituationen und erklärt, warum in bestimmten Situationen immer wieder Entscheidungen so getroffen werden, wie sie getroffen werden. Ausgangspunkt ist dabei der rationale Entscheider, der seinen eigenen Nutzen maximieren möchte. Irrationale Entscheidungen, Entscheidungen mit fehlenden Informationen oder auch eine selbstlose Einstellung der Entscheider sind in der Realität zu beobachten, werden in der Spieltheorie aber nur bedingt in Betracht gezogen.

Erste Arbeiten zur Spieltheorie lassen sich im Buch „Liber de ludo aleae“ [Ein Buch über das Würfelspiel] finden, das von Gerolamo Cardano um das Jahr 1564 geschrieben wurde und mit der Wahrscheinlichkeitstheorie befasst. Von Christiaan Huygens stammt das Buch „De ratiociniis in ludo aleæ“ [Über logisches Denken beim Würfelspiel] aus dem Jahr 1657. 1713 wird von Charles Waldegrave erstmal die Minimax-Strategie präsentiert. Antoine Augustin Cournot veröffentlicht 1838 seine Arbeiten zum Wettbewerb in Oligopolen.

Mit den Arbeiten von John on Neumann (z. B. „Zur Theorie der Gesellschaftsspiele“, 1928) wird die Spieltheorie ein eigenes Gebiet in der Wissenschaft. Er betrachtete damals die Entscheidungen der Mitspieler und ihre Strategien in Gesellschaftsspielen. Später wurden diese Betrachtungen auch auf Verhandlungssituationen und Reaktionen von Akteuren in Politik und Wirtschaft übertragen, da es hier vergleichbare Situationen und ähnliche Ergebnis gibt (z. B. „The Theory of Games and Economic Behavior“ [„Spieltheorie und wirtschaftliches Verhalten“] von John von Neumann und Oskar Morgenstern, 1944).

Bekannte Beispiele aus der Spieltheorie sind das Gefangenen-Dilemma, das Zusammenspiel Falke und Taube und das Nash-Gleichgewicht von John Forbes Nash, Jr. In Situationen, bei der zwei verfeindete Parteien in eine Situation geraten, die leicht eskalieren kann und bei der keine oder kaum Kommunikation stattfindet, kann oft eine Tit-For-Tat-Strategie zur Lösung der Situation beobachtet werden. Diese Strategie ist von Anatol Rapoport beschrieben worden. Bei dieser Strategie zeigen beide Seiten schrittweise nacheinander positiv zu wertende Aktionen, um eine Provokation zu vermeiden und dem Gegenüber eine positive Absicht zur Lösung der Situation zu zeigen.

Heute betrachtet die Spieltheorie beispielweise auch Verhandlungssituationen auf internationaler Ebene. Dabei wird analysiert, warum Vereinbarungen bei öffentlichen Gütern, wie das Weltklima, in einigen Fällen zu einer Lösung führen, wie bspw. beim Verbot von FCKW zum Schutz der Ozonschicht, während Verhandlungen bei der Reduktion von CO₂ immer wieder scheitern oder sich die Akteure nicht an die Vereinbarungen halten.


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