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Politisches Spektrum – Links und Rechts

Unter einer politisch linken und rechten Einstellung können verschiedene politische Gegensätze verstanden werden. Ursprünglich stellte es die Sitzordnung der politischen Gruppen in der Französischen Nationalversammlung in der Konstituante von 1789 bis 1791 dar. Rechts saßen die konservativ-reaktionären Royalisten, die auf Bewahrung der alten Ordnung bedacht waren und eine Monarchie bevorzugten, links saßen die liberal-demokratischen Vertreter, die eine Veränderung der aktuellen Ordnung und eine Republik befürworteten. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Anhänger sozialer Reformen hinzu, die sich der linken Seite, den Reformern zuordneten. Dies wurde später auch in anderen Staaten übernommen, wie beispielsweise in Deutschland im Deutschen Bundestag, in Schweden im Schwedischen Reichstag (Sveriges Riksdag) oder auch im Europäischen Parlament.

Die Einordnung, welche politische Ausrichtung in ein Rechts-Links-Schema eingeordnet wird, ist unterschiedlich und hat sich im Laufe der Geschichte auch immer wieder verändert. Die Zuordnung kann beispielsweise anhand des Egalitarismus, des Konservatismus und Progressivismus oder des Internationalismus erfolgen.

Egalitär und elitär

Die Darstellung der Gleichheit zeigt die Gleichheit aller Menschen unabhängig von ihrem Stand auf der linken Seite und die Ungleichheit in Aristokraten, Bürger und Bauern oder Unternehmer und Arbeiter auf der rechten Seite. Verfechter des Sozialismus und des Kommunismus sind auf der linken Seite zu finden, während Befürworter des Kapitalismus oder der Monarchie auf der rechten Seite zu finden sind.

Unter dem zugehörigen Egalitarismus können, je nach Vertreter, die Gleichheit im persönlichen Besitz oder aber auch die Chancengleichheit in der persönlichen Entwicklung und Stellung verstanden werden. Der Egalitarismus wurde im Laufe der Zeit dann auf die Gleichheit von Mann und Frau, religiöse und ethnische Minderheiten, Behinderte und sexuelle Minderheiten ausgeweitet.

Wichtige Vertreter des Egalitarismus sind Jean-Jaques Rousseau, Friedrich Engels und John Rawls.

Progressiv und konservativ

Diese Sicht erklärt sich vor allem aus linker Sicht in der Situation des 19. Jahrhunderts. Als links galten hier vor allem die Arbeiter, die für Arbeitnehmerrechte, aber auch für Menschenrechte kämpften.

Die Einteilung in progressiv und konservativ erweist sich heute als kritisch, da progressive Ideen, wie die Einführung von Sozialsystemen und Arbeitnehmerrechten in vielen Staaten mittlerweile umgesetzt sind. Der teilweise geführte Kampf um deren Beibehaltung oder deren Rückbau beziehungsweise Flexibilisierung würde zu einem inhaltlichen Tausch der Begriffe führen.

Internationalistisch und nationalistisch

Auf Grundlage der egalitären Weltanschauung verstand sich das linke, politische Spektrum in den frühen Jahren als internationale Bewegung für den Kampf für die Rechte der Arbeiter und Bauern. Aus dieser Sichtweise kann die politische Linke der internationalen Ausrichtung zugeordnet werden, während das rechte, politische Spektrum eher nationalistisch eingestellt ist. Im Zuge der Globalisierung und der zugehörigen Globalisierungskritik gibt es aber auch die Tendenz, dass das linke, politische Spektrum eher zu einer nationalen Ausrichtung tendiert, um soziale Errungenschaften besser bewahren zu können, während das rechte, politische Spektrum stärker zu einer internationalen Ausrichtung tendiert, um darüber wirtschaftliche Vorteile zu erzielen.

Im klassischen Sinne bleibt ab die Zuordnung der Internationalität auf der linken Seite. Dazu gehört der Grundgedanke, dass die Linke eine Sicht der Gleichheit aller Menschen, bei der niemand wegen irgendeines Merkmals benachteiligt werde darf. Daraus ergibt sich folglich auch die grenzübergreifende Gleichheit aller Menschen. In der am weitesten links einzuordnenden Gesellschaftsform, dem Kommunismus, gilt es dann folglich auch die Nationalstaaten abzuschaffen und eine weltweite, staatenlose Gesellschaft zu formen.


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